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RK Braunschweig
Die Revision des Internationalen Systems der Einheiten - Ein Meilenstein in der Entwicklung der Einheiten

Inhalte

Donnerstag, 10. Oktober 2019, 18:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr
(ab 17:30 Uhr besteht die Möglichkeit, sich im DGQ-Netzwerk auszutauschen)

bei der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
Bundesallee 100
38116 Braunschweig
Seminarzentrum A

Geländeplan PTB

Anfahrt in die PTB

Referent: Dr. Peter Ulbig, Leiter der Abteilung 9 der PTB Gesetzliches und internationales Messwesen

Metrische Einheiten sind für uns heutzutage alltägliche Gewohnheit und nicht mehr wegzudenken. Gleichwohl war es ein langer Prozess über mehrere Jahrhunderte, der die Menschheit bewogen hat sich ein universelles Einheitensystem zu schaffen, welches zum einen Vergleichbarkeit von Messergebnissen (z. B. im Handel) gewährleistet, aber auch die Sicherheit für eine internationale Infrastruktur schafft, so dass wir alle z.B. die gleiche Zeitbasis haben.

Im Jahre 1960 wurde von den Staaten, die sich vertraglich zur Meterkonvention bekannt haben, das internationale System der Einheiten (SI = Systme International d'Units) geschaffen. Durch den Bezug auf sieben Basiseinheiten, aus denen sich alle anderen Einheiten ableiten lassen, wurde ein universelles System geschaffen, welches eine verlässliche Basis für Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Gleichwohl ergab sich ein kleiner Geburtsfehler: Der Bezug für das Kilogramm wurde durch ein 1-kg-Stück aus Platin-Iridium in einem Safe der Meterkonvention in Paris gewählt und der Bezug für die Temperaturskala wurde aus einer physikalischen Eigenschaft von Wasser bestimmt, dem so genannten Tripelpunkt des Wassers. Das damit einhergehende Problem entstand, dass sich die Masse des Kilogramm-Prototypen der Meterkonvention über die Zeit verändern konnte, da er vor jeder Verwendung aufwändig gereinigt wird. Ebenso zeigte sich im Laufe der Jahre, dass der Tripelpunkt des Wassers nicht überall auf der Welt zu den gleichen Ergebnissen führte, da hochreines Wasser chemisch sehr aggressiv reagiert und es zu Verunreinigungen des Wassers in den verwendeten Apparaturen kam.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten wurde vor ein paar Jahren von der Meterkonvention beschlossen das SI zu revidieren und auf solide Füße zu stellen, und zwar ohne Artefakte. Der neue Ansatz besteht darin, alle sieben Basiseinheiten auf Naturkonstanten zurückzuführen, die nach dem Kenntnisstand der Menschheit als wirklich konstant gelten.

Der Vortrag führt in die Thematik ein und wird zu Anfang auch die Rolle der früheren Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in diesem Zusammenhang beschreiben. Darüber hinaus werden die Probleme des bisherigen SI erläutert und der neue Ansatz vorgestellt. Abschließend wird dargestellt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen es womöglich gegeben hätte, wenn die Revision nicht durchgeführt worden wäre.

Anmeldung: Aus organisatorischen Gründen bitten wir um namentliche Anmeldung bis 4. Oktober 2019.

Bitte geben Sie ggf. bei der Anmeldung Ihr Autokennzeichen unter "Info an den Regionalkreis" an. Das Autokennzeichen ist für die Zufahrt auf das Gelände erforderlich. Haben Sie uns bereits bei der Anmeldung Ihr Autokennzeichen mitgeteilt, wird so für die Dauer der Veranstaltung die Zufahrt ermöglicht. Sie sind dadurch berechtigt, direkt auf die Schranke im Schritttempo zuzufahren, ohne dass Sie sich in der Anmeldung persönlich melden müssen.


  1. 10.10.2019
38116 Braunschweig
RK 07 1905
kostenfrei